Ökologisch-Anarchistisches Forum/Gründungsaufruf
Aus <a href="http://deu.anarchopedia.org/%C3%96kologisch-Anarchistisches_Forum/Gr%C3%BCndungsaufruf">Anarchopedia</a>, dem offenen Wissensportal für und von AnarchistInnen
[Bearbeiten] Frieden mit der Natur – Nicht Staat, nicht Kapital!
Einladung zur Gründung des Ökologisch-Anarchistischen Forum im FdA/IFA
Treffen am 23.04.2006
Du findest sie gut, die Welt, so wie sie ist? Du glaubst, sie sei nicht veränderbar? Dann lies nicht weiter.
Bedenke: Die durch die Machtverhältnisse und Ungleichheit offenkundigen gesellschaftlichen Zustände spitzen sich weiter zu. Diese Machtverhältnisse steigern die Ausbeutung von Mensch und Natur. Die Herrscher dieser Welt und Ihre PolitikerInnen und Militärs führen Krieg gegen den Rest: Naturvernichtung, Entrechtung des Menschen, Verschlechterung unserer Lebensbedingungen, mehr staatliche Überwachung, Aufrüstung von Polizei und Militär sind Teil der Politik des Systems. Jeder Staat steht auf der Seite der Reichen.
Du willst gegen dieses unfreiheitliche System der Ungleichheit, der ihm zugrunde liegenden Herrschaftsideologie, sowie der von ihm betriebenen Naturzerstörung aufbegehren? Gut so! Du siehst dich also noch nicht als wehrloses Opfer dieser Verhältnisse und deren Verursacher.
Und der angebliche „Sozialismus“, besser: Staatskapitalismus, hat die Änderung nicht erwirkt. „Alternative“ und linke Parteien haben keine Alternativen anzubieten. Auch sie dienen der anti-ökolologischen Ausbeuterordnung des Kapitals und propagieren dessen Wachstumsideologie. Sie sind Teil des Systems, sie dienen ihm. Und die Herrschenden und ihre PolitikerInnen verbreiten ihre Propaganda, angeblich gäbe es keine Alternative zu der von ihnen beherrschten Welt.
Weiter so? – Ein anderer Weg
Doch die Alternative besteht in einem freiheitlichen Sozialismus, zum Beispiel auf anarchokollektivistischer Grundlage, in dem es keine Herrschaftsstrukturen mehr gibt - keine Macht über Mensch und Natur. Stattdessen soll der Geist der Basisstrukturen und der Dezentralität dominieren. Die wenigen bestehenden Kollektive als Inseln der Freiheit und Gleichheit, können herrschende Machtverhältnisse alleine nicht abschaffen. Es besteht sogar die Gefahr, dass sie durch interne Bürokratisierung halb-kapitalistisch entarten. Die Lebens- und Kampfbedingungen der Menschen in Stadt und Land, sowie am Arbeitsplatz, müssen von einem ökologisch-orientierten sozialen Anarchismus geprägt sein, wenn Veränderungen für die ganze Gesellschaft von Grund auf angestrebt werden sollen. Die verschiedenen libertären Projekte lassen sich dabei miteinander verbinden.
„Die revolutionäre anarchistische Philosophie und Aktion haben die Befreiung des Individuums und die Gleichberechtigung der Menschheit als Ganzes zum Ziel“ (Aus der Resolution des Kongresses der IFA-IAF in Carrara/Italien 1978).
Die Ideologie der Herrschaft über Mensch und Natur, ihre Ungleichheit, Naturzerstörung und Krieg, entsprechen der Logik herrschenden Denkens. Das der Mensch die Natur beherrschen müsse, steht in einem engen Verhältnis zur Beherrschung des Menschen durch den Menschen selbst. Dies zeigen Vergangenheit und Gegenwart deutlich. Deshalb lehnen wir die bestehende Kultur, welche Ausdruck der Werte der herrschenden Klasse ist, völlig ab. Deren autoritäre und repressive Strukturen sollen durch ein neues System freiheitlicher, anarchistischer Kulturformen ersetzt werden.
Antikapitalistische ökologische Politik auf libertärer Grundlage
Das Selektionssystem Schule bevorzugt die Jugend der herrschenden Klasse, die Jugend der unteren gesellschaftlichen Klassen wird reif für die Ausbeutung in hierarchischen Produktions-Abläufen gemacht. Über den Umweg von Familie und Schule wird dem Heranwachsenden das Prinzip des Gehorsams eingetrichtert. Das Ergebnis sind gut funktionierende Untertanen am Arbeitsplatz und beim Militär. Daher müssen ideologische Inhalte des herrschenden Schulwesens zurückgewiesen werden. Radikaler Kampf und Widerstand gegen Funktion und Strukturen der Schule müssen gefördert werden.
Die so genannte „Gewerkschaftsbewegung“ ist nichts anderes als eine das kapitalistische Ausbeutersystem stützende Struktur. In verschiedenen Ländern gibt es verschiedene Modelle. Das in der BRD existierende Modell der „Einheitsgewerkschaft“ ist Teil des kapitalistischen Systems, das Alternativen bekämpft und Parteien unterstützt. Auch andere, der angeblichen „Mitbestimmung“ dienende „Gewerkschaftsverbände“ fahren diesen Kurs. Diese hierarchischen Organisationen sind ebenfalls der kapitalistischen Wachstumsideologie verpflichtet. Es bedarf anderer Formen des Widerstandes sowie die Selbstorganisation der Betroffenen, wie sie z.B. auch die internationale anarchosyndikalistische Bewegung propagiert. Direkte Aktion und Generalstreik können dabei viel bewirken.
Die herrschende Wissenschaft steht ebenso im Sold der kapitalistischen Ausbeuterordnung und unterwirft Mensch und Natur „wissenschaftlich“ den Verwertungsinteressen des Kapitals. Überall zeigt sich das deutlich: Ob in Fragen der Atomenergie, der Genmanipulation, der Ausbeutung und Zerstörung der Wälder, der Chemisierung von Mensch und Umwelt, der Ausbeutung der Tiere und so weiter. Es gibt nichts, was der Gier von Kapital und Staat entgeht. Daher ist es notwendig, auch hier die Herrschaftsinteressen aufzuzeigen und sich zur Wehr zu setzen.
Frauenunterdrückung kennzeichnet die gesamte Gesellschaft. Freiheitlicher Sozialismus muss die Frauenfeindlichkeit des Systems anprangern. Eine libertär-egalitäre Gesellschaft kann nur dann entstehen, wenn wir als systembekämpfende Kräfte alle Formen von Ungleichheit und Unterdrückung bekämpfen und abschaffen.
Stärkung der libertären Bewegung
Die Gründung einer öko-anarchistischen FdA-Gruppe soll die organisierte anarchistische Bewegung überregional stärken und dort aktiv sein. Theorie und Praxis ökologisch-libertärer Zielsetzung sollen im öffentlichen Raum zu wirken beginnen.
All jene, deren Absicht es ist, hierbei mitzuwirken, sind eingeladen, sich hier zu engagieren. Uns hier zu organisieren bedeutet: Wir können vor Ort handeln, eigene Schwerpunkte setzen und als Mitglied in der bestehenden deutschsprachigen anarchistischen Föderation unsere Kräfte bündeln.
Treffen am 10.06.2006 in Düsseldorf, ,,Cafe Modigliani", Wissmannstr. 6.
Initiativkreis für die Gründung des Ökologisch Anarchistisches Forum FdA/IFA

