konkret
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konkret ist eine seit 1957 bestehende, frühe und wirkungsvolle oppositionelle Zeitschrift der Bundesrepublik Deutschland und erscheint – mit einer Unterbrechung Anfang der 1970er Jahre – bis heute (2006). Die monatlich erscheinende, „Zeitschrift für Politik und Kultur“ versteht sich als „einzige linke Publikumszeitschrift Deutschlands.“ Vom Verfassungsschutz NRW wird die Publikation dem Spektrum der Antideutschen aus dem linksextremistischen Umfeld zugeordnet.
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[Bearbeiten] Vorform Studentenkurier
1955 wurde der Studentenkurier, der Vorläufer der konkret, von dem Blattmacher Klaus Rainer Röhl mit geheimer Unterstützung des Zentralkomitees der FDJ gegründet. Er erschien bis 1957 und wurde durch die Mitwirkung zahlreicher bedeutender Autoren (Werner Riegel, Peter Rühmkorf, Arno Schmidt, Kurt Hiller und vieler anderer, auch des Graphikers Vilhelm Witting) eine in der akademischen Jugend hoch wirkungsvolle Zeitung.
[Bearbeiten] konkret von 1957 bis 1974
Die zu „konkret“ umgetaufte Zeitschrift unterhielt bis 1964 enge ideologische und finanzielle Beziehungen zur DDR. Röhl berichtete später, die Redakteure seien durch Instrukteure der ab 1956 illegalen KPD angeleitet worden. Um diese Verbindungen zu kaschieren, wurden immer auch DDR-kritische und Sex-Artikel gedruckt. Undogmatische Sozialisten wie Hiller wurden aber bald aus dem Blatt gedrängt.
Bahnbrechend in ihrer Form der Kritik, war konkret in den ersten Jahren ihres Bestehens insbesondere auf die gesellschaftskritische Studentenschaft von großem Einfluss. In der Hochphase der Studentenrevolte (vgl. 68er-Bewegung) erschien die Zeitschrift auch vierzehntägig oder gar wöchentlich.
Peter Rühmkorf, von den engen Verbindungen zur SED nichts ahnend, schrieb am 19. Mai 1969 in konkret (Nr. 11 dieses Jahrgangs) in seiner Kolumne Agents provocateurs: „Das Schicksal der Zeitschrift konkret, ihre äußeren Anfechtungen und ihre inneren Irritationen sind nicht zu trennen von den Spannungen in der linken Bewegung überhaupt.“ Diese Charakteristierung der Zeitschrift trifft im Grunde bis in die Gegenwart [2005] zu.
Eine der bekanntesten Mitarbeiterinnen der Zeitschrift war Röhls Ehefrau Ulrike Meinhof, die von 1962 bis 1964 zudem Chefredakteurin war. Sie beendete ihre journalistische Tätigkeit, kurz bevor sie sich 1970 der RAF anschloss. Am 26. April 1969 schrieb sie in der Frankfurter Rundschau: „Ich stelle meine Mitarbeit jetzt ein, weil das Blatt im Begriff ist, ein Instrument der Konterrevolution zu werden, was ich durch meine Mitarbeit nicht verschleiern will“. Mit diesem Entschluss, für konkret keine Kolumnen mehr zu schreiben, hatte sich Meinhof auch entschieden, in den Untergrund zu gehen. Am 7. Mai 1969 wurde das Haus des konkret-Herausgebers Röhl in Blankenese von mehreren Aktivisten unter Meinhofs Leitung gestürmt, Fenster eingeschlagen, die Wohnung demoliert und Einrichtungsgegenstände aus dem Fenster geworfen.
[Bearbeiten] konkret seit 1974
Der aktuelle Erscheinungsort von konkret ist Hamburg; ihr Herausgeber ist seit 1974 der Journalist Hermann L. Gremliza, der auch regelmäßig die Einleitungskolumne der Zeitschrift schreibt. Gremlizas Anliegen war, konkret „zur publizistischen Speerspitze einer seriösen Linken zu machen (…), [nachdem] Röhl nach der Trennung von Ulrike Meinhof [konkret] zu einer Art Yellow-Press der Apo gemacht hatte“ (in einem Interview mit Hermann P. Piwitt in Freitag [1])
konkret bezeichnet sich selbst und wird charakterisiert als eine (radikal) linke Zeitschrift, d.h. sie steht im politischen Spektrum links von den im Bundestag vertretenen Parteien (vgl. Neue Linke). Ein Leitspruch der Zeitschrift ist „lesen, was andere nicht wissen wollen“.
Während der Ära Gremlizas – teilweise auch schon davor – publizierten in und für konkret unter vielen anderen neben den schon genannten bislang folgende Autoren (einige sporadisch, andere relativ regelmäßig – Nachnamen in alphabetischer Reihenfolge):
Günter Amendt, Martin Behrens, F. W. Bernstein, Norbert Blüm, Walter Boehlich, Wolf Biermann, Heinrich Böll, Peter O. Chotjewitz, Daniel Cohn-Bendit, Karlheinz Deschner, Diedrich Diederichsen, Jutta Ditfurth, Christel Dormagen, Rudi Dutschke, Thomas Ebermann, Jürgen Elsässer, Hubert Fichte, Erich Fried, Gerd Fuchs, Georg Fülberth, Eike Geisel, Robert Gernhardt, Sebastian Haffner, Karl-Heinz Hansen, Eckhard Henscheid, Gerhard Henschel, Günter Herburger, Günther Jacob, Reinhard Kahl, Yaak Karsunke, Otto Köhler, Erich Kuby, Dietrich Kuhlbrodt, Tjark Kunstreich, Robert Kurz, Oskar Negt, Robert Neumann, Peggy Parnass, Hermann Peter Piwitt, Wolfgang Pohrt, Fritz J. Raddatz, Ernst Alexander Rauter, Joachim Rohloff, Karl Heinz Roth, Peter Rühmkorf, Michael Scharang, Michael Schilling, Michael Schneider, Wolfgang Schneider, Alice Schwarzer, Georg Seeßlen, Ingrid Strobl, Klaus Theweleit, Winfried Thomsen, Oliver Tolmein, Horst Tomayer, Rainer Trampert, Henning Venske, Sahra Wagenknecht, Günter Wallraff, Rayk Wieland, Detlef zum Winkel, Winfried Wolf, Peter Paul Zahl, Gerhard Zwerenz und weitere.
[Bearbeiten] Literatur
- Bettina Röhl: So macht Kommunismus Spaß! Ulrike Meinhof, Klaus Rainer Röhl und die Akte Konkret. Europäische Verlagsanstalt, 2006.
- Rosen aus Ost-Berlin in: Spiegel 11/2006.
[Bearbeiten] Weblinks
- konkret – Onlineausgabe der Zeitschrift
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